für die Besamung von Bienenköniginnen

Stereomikroskope weisen für jedes Auge voneinander getrennte Strahlengänge auf, so daß räumliches Sehen möglich ist. Das bedeutet eine bessere Tiefenwahrnehmung und erleichtert die räumliche Einordnung.  Eine Kontrolle der Bewegungsabläufe an einem Flachbildschirm mit Hilfe einer Kamera ist zwar möglich, kommt aber bei weitem nicht an die Qualität der direkten Stereomikroskopbetrachtung heran. Der Vergrößerungsbereich liegt bei den meisten Optiken in der Grundausstattung zwischen 10 – 40 x bei einem Arbeitsabstand von 80 – 110 mm. 110 mm sind für uns besser als 80 mm.

Wir benötigen eine 10-fache Vergrößerung (z.B. Okulare 10 x und Objektiv 1 x ergeben eine Gesamtvergrößerung von 10 x). Je höher die Vergrößerung desto geringer ist die Tiefenschärfe. Die Manipulation wird bei zunehmender Vergrößerung schwieriger, weil die Übersichtlichkeit verloren geht. Bei 10-facher Vergrößerung hat man bereits alles voll im Blick. Eine Vergrößerung von mehr als 15 x ist unpraktisch. Bei einer Zoom-Ausführung ist die Einstellung der Vergrößerung fließend und man kann sich bestimmte Dinge je nach Bedarf genauer ansehen.

Die Hersteller bieten Stereomikroskopmodelle unterschiedlicher Preisklassen und Ausbaustufen für Sonderaufgaben an. Nicht alle Geräte sind wegen ihrer Abmessungen im Objektivbereich und im Unterbau zweckmäßig. Eine Unterflurbeleuchtung, also eine zusätzliche Lichtquelle, die sich in der Grundplatte befindett, ist für unsere Aufgaben überflüssig.

An eine bequeme Handhabung werden auch gewisse Anforderungen gestellt. Vorteilhaft sind z.B. runde Stativsäulen. Hier kann der optische Kopf bei Bedarf um 180 Grad geschwenkt werden. Damit das Ganze nicht kippt wird der Stativtisch beschwert oder es werden Auslegestützen benutzt. Auf diese Weise wird z.B. die Arbeitshöhe für den Besamer reduziert und es ist mehr Platz unter der Optik vorhanden. Ausschwenkbare Stative bieten besonderen Komfort, sind jedoch wesentlich schwerer und sind nicht so handlich für den Transport. Wichtig ist, das alles gut zueinander paßt. Nachfolgend werden einige Beispiele aufgeführt.

Die hier ausgewählten und nachstehend beschriebenen Optiken sind auf die Belange der Bienenzucht abgestimmt. Sie sind sowohl für die Spermagewinnung wie auch für den Besamungsvorgang gleichermaßen gut geeignet. Sie haben sich in ihrer Bauweise und Ausstattung bewährt. Herauszustellen sind das günstiges Preis-Leistungsverhältnis und das einwandfreie scharfe und helle Blickfeld. Die Hersteller greifen inzwischen auf dieselben optischen Komponenten zurück. Es werden zwar immer mal Änderungen vorgenommen und neue Modelle vorgestellt, diese beziehen sich aber vornehmlich auf die Formgestaltung und das Zubehör.  Die physikalischen und technischen Möglichkeiten sind  inzwischen weitgehend  ausgeschöpft. Die Frage, welches Modell der empfohlenen Optiken nun wesentlich besser sei stellt sich daher nicht. Es ist eine rein persönliche Entscheidung welcher Typ bevorzugt wird, zumal sich die Anwendung nur auf kurze Zeit beschränkt. Sollten Sie  Fragen zu anderen Anwendungen haben, so lassen Sie sich beraten.

Die Abb. 1 zeigt ein  Zoom-Mikroskop von Motic im modernen Design. Motic arbeitet mit ZEISS zusammen, was eine gute Verarbeitung und hohe Wertbeständigkeit garantiert. Die Zoomausführung ermöglichen die kontinuierliche Veränderung der Vergrößerung. Die beidseitig am Mikroskopkörper angebrachten Drehknöpfe befinden sich hinter der Sehfeldmitte bzw. der Spritze und schränken den Bewegungsraum nicht ein.  Der Arbeitsabstand beträgt dieses Modells beträgt 11 cm und bietet viel Bewegungsfreiheit. Je nach Bedarf kann die Vergrößerung zwischen 7,5 – 45 x eingestellt werden, so daß das Gerät auch für andere Aufgaben Verwendung finden kann. Beide Weitfeld-Okulare 10 x 21 (auch für Brillenträger geeignet) sind nachstellbar und es kann auch eine Strichplatte zum Vermessen eingelegt werden. Vergrößert wurden hier auch die Objektivlinsen, was den Lichtbedarf herabsetzt. Der bevorzugte Vergrößerungsbereich für die Besamung beträgt 10 x  oder geringfügig höher. Die flache Arbeitsplatte aus Metallguß garantiert eine hohe Standfestigkeit (Breite 220 x Tiefe 280 x Höhe 25 mm). Bei Modellen, die keine flache Grundplatte aufweisen, ist das Aufstellen des Besamungsgerätes und die Anbringung der Beleuchtung meistens etwas schwieriger.

Tiefenschärfe, Kontrast und Lichtstärke sind hier sehr gut und lassen für die Besamung der Bienenköniginnen keine Wünsche offen. Mit Vorsatzlinsen besteht die Möglichkeit, den Arbeitsabstand und die Vergrößerung noch weiter zu modifizieren (2,2 x – 180 x). Für Foto- und Filmaufnahmen lassen sich z.B. Digitalkameras auf das Okular aufstecken. Gegen Aufpreis werden auch Ausführungen mit einem 3. Ausgang für Kameras angeboten. Solche Ausrüstungen sind für Demonstrationszwecke sehr nützlich,

 

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Abb. 1: Modell SMZ Zoom, Vergrößerung stufenlos von 7,5 – 45 x  (Serie SMZ 161 BP).  In der flachen Bodenplatte befindet sich eine angebrachte Schlitzscheibe zur Aufnahme des Besamungsgerätes 1.01. Hinten sind beidseitig die zwei nachträglich angebrachten Magnethalteplatten für den CO2-Adapter und die Beleuchtung zu sehen. Rechtes Bild, Foto von oben in das Okular: Für dieses Modell sind speziell angefertigte Strichplatten (Zeiss Standard) zum Vermessen von Bienenflügeln, Besamungskanülen u.a. verfügbar. Die Okulare sind dafür schon vorbereitet (je 5 mm-Schenkel = 50 Teile, 1 Teilstrich 0,1 mm).

Als weitere Empfehlung und wegen der inzwischen guten Erfahrungen kommen auch mehrere Modelle des Anbieters Euromex in Betracht. Die technischen Eigenschaften sind in etwa vergleichbar. Der Vergrößerungsbereich bewegt sich bei der Zoomausführung gleichfalls stufenlos zwischen 7,5 – 45 x. Erwähnt sei, daß ebenso Kameras über einen Fototubus anzuschließen sind. Fotoaufnahmen sind aber auch über das normale Okular möglich.

Die  Mikroskope werden zum Teil werkseitig mit LED-Beleuchtungen ausgeliefert. Die übliche Farbtemperatur von ca. 6000 Kelvin ist allerdings recht hoch, so daß die bräunlichen Spermabezirke sich nicht so gut vom weißlichen Schleim abheben wie bei der Warmton-Lampe 3.20 mit nur 3000 Kelvin. Die Kaltlichtlampe 3.20 läßt sich mit Hilfe der Magnethaftscheibe anbringen.

 

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Abb. 2: Zoom-Mikroskop von Euromex (7,5 – 45 x) mit aufgestelltem Instrument 1.01. Für die Besamung von Bienenköniginnen wird vorzugsweise die 10fache Vergrößerung benutzt.

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Abb. 3: Euromex-Mikroskop mit integrierter LED-Beleuchtung (Auflicht und Unterflurlicht).  Dieses Modell wurde auch für das Komplettgerät 1.04 verwendet und zusätzlich mit einer Konsolenplatte für den Schwebekugeln-CO2-Adapter und das abgestimmte LED-Licht 3.20 ausgerüstet, da die gewölbte Grundplatte hierzu hinderlich ist.  Diese Punktleuchte 3.20 ist für die Spermagewinnung  besser geeignet als die am Mikroskop mitgelieferte Anbaulampe mit höheren Blauanteilen im Licht. Mit zusätzlichen Okularen läßt sich das Vergrößerungsangebot erweitern, z.B. mit dem Okularpaar 15 x (Endvergrößerung 15 x und 45 x).

 

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Abb. 4: Euromex-Mikroskop, angebaut wurde hier ein schwenkbarer Ausleger zur Reduzierung der Einblickhöhe. Das Stativ mit Rundsäule wird um 180 Grad gedreht. Damit wird eine Verringerung der Einblickhöhe bis zu 40 mm erreicht, für kleinere Personen nicht unwichtig. Der Arbeitsplatz unter der Optik ist jetzt geräumiger. Diese Vorgehensweise ist im Prinzip für alle Stereomikroskope möglich, die über eine runde Stativsäule verfügen.

Beachtung verdienen Stative mit Schwenkarmen. Sie sind universell einsatzfähig und bieten alle möglichen Einstellungen einschließlich der Neigungsänderung..

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Abb. 5: Stativ mit Schwenkarm bietet viele Möglichkeiten (Hersteller Euromex).

Die Besamungsgeräte können sowohl auf der Stativplatte als auch davor auf dem Tisch aufgestellt werden. Auf diese Weise können auch ganze Bienenwaben betrachtet werden. Der optische Kopf besitzt die Zoom-Funktion.

Aufgrund der langen Stativsäule von 38 cm kann auch die Herstellung der Besamungskanülen am SCHLEY-Ausziehgerät beobachtet und kontrolliert werden.  Sämtliche Stativteile sind mit wenigen Handgriffen abbaubar, so daß die spätere Aufbewahrung in Regalen oder Schränken überhaupt nicht hinderlich ist. Die Hauptsäule besitzt ein Gewinde und kann abgenommen werden. Mit 15 kg Gewicht ist diese Ausrüstung allerdings recht schwer und verlangt einen festen Standort.

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Abb. 6: Der Schwenkarm läßt sich schnell abbauen. Untergestellt ist hier das Besamungsgerät 1.01.  Für die erforderlichen Nebengeräte wie CO2-Adapter und Beleuchtung ist genug Platz vorhanden. Die anzubringende Konsolenplatte für Licht und Adapter bietet darüber hinaus auch noch eine Möglichkeit zur Ergänzung.

 

Sehr interessant ist das Diskussionsmikroskop DSK-500 von Motic. Lehrer und Schüler können optimal miteinander kommunizieren.

Das Gerät ist deshalb optimal, weil der Stereoeffekt für das Besamungsinstrument trotz Zweitbeobachtung erhalten bleibt. Dieser Vorteil geht übrigens verloren, wenn sich der Besamer mittels Kameraübertragung direkt am Computerbildschirm orientiert. Am  Bildschirm ist kein räumliches Sehen möglich.

Der Objektivwechsler erlaubt Vergrößerungen in den Abstufungen 6 x, 10 x, 16 x, 25 x und 40 x. Diesen Typ gibt es auch in Zoomausführung (DSK-700). Der einblendbare Lichtpfeil unterstützt die Verständigung zwischen Lehrer und Schüler. Das hohe Gewicht von über 50 kg garantiert absolute Standfestigkeit. Es ist aber möglich, anstelle der schweren Platte leichtere Standplatten in Leichtbauweise und eine Säule im Durchmesser von 50 mm aus Aluminiumrohr zu verwenden (siehe Abb. 8), um dadurch das Gewicht wesentlich zu reduzieren und die Gerätschaft transportfähig zu machen. Zusätzlich wurde bei dem nachstehend gezeigten Unikat ein Sicherungsbügel am Magnethalter angebracht (Abb. 9 ).

Diskussionsmikroskop

Abb. 7: Diskussionsmikroskop DSK-500 mit schwerer Gussplatte


Abb. 8: Sonderanfertigung mit Stativplatte in Leichtbauweise und Alusäule für bequemen Transport

Abb. 9: Verrückbarer Magnetfuß mit  Sicherungsbügel

 

Kontakt:

Peter.Schley@t-online.de

sowie

A&G Wachholz GbR
Dipl. Ing. Gerhard Wachholz
Kfm. Alexander Wachholz
Lauenburger Str. 22
32339 Espelkamp
Tel.: 05772 9179550
email: bee-insemination@gmx.de

 

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