Kaltlicht für die instrumentelle Besamung:
Glasfaser bis LED
Eine funktionsgerechte Beleuchtung ist für die Durchführung der Königinnenbesamung unentbehrlich. Hell, kalt, UV-frei, schlanke Bauweise und punktgenau sind Anforderungen, die an die Lichtquelle gestellt werden. Bisher stellte das Glasfaserlicht die optimale Lösung dar. Inzwischen haben aber neuartige LED-Lichtquellen stark aufgeholt, und sie stehen Lampen mit Glasfaserlichtleitern in ihrer Leistung nicht mehr nach. Speziell für die Bienenzucht konstruierte LED-Lampen sind heutzutage sogar den herkömmlichen Glasfaserlampen vorzuziehen. Zu bedenken ist, daß eine zu hohe Lichtintensität einen negativen Einfluß auf die Bienenspermien ausüben kann. Die Beleuchtung ist deshalb nicht übermäßig hell einzustellen, und unnötig lange Belichtungen sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Aus diesem Grunde sind auch lichtstarke Optiken mit hellem Blickfeld zu bevorzugen.
LED – Licht
Interessant geworden sind superhelle Leuchtdioden maximaler Leistung, die kaltes weißes Licht ohne UV abgeben. Dieser Sektor hat in jüngster Zeit einen enormen technischen Fortschritt zu verzeichnen. Inzwischen gib es zahlreiche Produkte auf dem Markt. Vorteile wie hohe Beleuchtungsstärke, lange Lebensdauer, geringes Gewicht und minimaler Stromverbrauch sprechen für diese neuartigen Lichtquellen.
Das Kompaktgerät 1.04 wird standardmäßig z.B. mit einer superhellen 5mm-LED Lichtquelle ausgeliefert. Der biegsame Schwanenhals erlaubt die genaue Justierung. Der Magnetfuß gibt einen sicheren Halt (Abb. 1).

Abb. 1: LED-Licht des Komplettgerätes 1.04
Da der Lichtpunkt von 5mm-LEDs relativ klein ist, sollte der Arbeitsplatz gut ausgeleuchtet sein und keine großen Helligkeitsunterschiede aufweisen. Das erleichtert die physiologische Anpassung unseres Auges während der Arbeit. Der Arbeitsabstand muß zwar gering gehalten werden, reicht aber aus, um einen Durchmesser von 10 bis 15 mm auszuleuchten.
Kaltlicht Super-LED-Lampe 3.20
Diese Neuentwicklung nutzt die modernsten Bauteile der Lichttechnik, die
derzeit verfügbar sind.
Die Chiplampe (1 Watt) strahlt mit ihrem 7 Grad-Spiegel ein derart helles Licht aus, daß eine elektronische Regelung eingebaut werden mußte. Der Arbeitsabstand ist deshalb variabel und kann bis auf 50 cm Abstand ausgedehnt werden. Diese Lampe ist auch für andere Zwecke gut einsetzbar, zumal der doppelte Lichtkreis die Sicht erweitert und das Licht stufenlos regelbar ist. Eine Besonderheit stellt das Kugelgelenk am Ende des stabilen biegsamen Schwanenhalses dar. Der Lichtkegel läßt sich so bei Bedarf zusätzlich bis zu 90 Grad schwenken und präzise in die gewünschte Richtung lenken, ohne daß der Schwanenhals neu ausgerichtet werden muß. Getragen wird das Ganze von einem Magnetfuß, der auf der mitgelieferten Klebehaftscheibe seinen Halt findet. Der Spezialtrafo liefert einen konstanten Strom, egal ob das praktische Netzsteckergehäuse an 110 Volt oder 220 Volt angeschlossen wird (Abb. 2). Die komplette Lampe wiegt nur 266 Gramm.

Abb. 2: Super-LED-Lampe 3.20 mit Schwanenhals und Kugelgelenk inklusive Klebehaftscheibe für den Magnetfuß

Abb. 3: Das Kugelgelenk erlaubt seitliches Schwenken bis zu 90 Grad ohne Verstellung des Schwanenhalses
Glasfaserlicht
Bisher war das Glasfaserlicht die beste Lösung und wird in den wissenschaftlichen Instituten nach wie vor genutzt. Es liefert bekanntlich kaltes Licht ohne schädliche UV-Anteile. Viel verwendet wurden die hochwertigen Kaltlichtquellen von SCHOTT. Die angebotenen Schwanenhalslichtleiter erlauben die Ausrichtung des Lichtes auf jede gewünschte Stelle (siehe Abb. 4).
Das Gerät ist werkseitig auf 220 V eingestellt, kann aber auch auf 110 V umgeschaltet werden. Diese SCHOTT-Glasfaserlampe bietet optimales Licht, ist aber vergleichsweise teuer.

Abb. 4: SCHOTT-Kaltlichtlampe mit Glasfaserlichtleiter (Art. 3.00)
Zu anderen Kaltlichtquellen
Für Stereomikroskope werden von der Industrie verschiedene Beleuchtungssysteme als Zubehör angeboten. Diese sind nicht immer für unsere Belange geeignet. Auf die in der Vergangenheit verwendeten Möglichkeiten und Systeme soll hier nicht eingegangen werden.
Brauchbar sind bis heute die sogenannten Kaltspiegel-Birnen. Sie liefern viel Licht, werden aber sehr heiß. Die Vorderseite ist verhältnismäßig „kalt“, die Rückseite um so heißer. Abhilfe schaffen hier die offene Bauweise, Wärmeschutzfilter aus Spezialglas, die so gut wie keine Wärme durchlassen sowie mehr Abstand. Mehr Abstand erfordert einen kleinen Abstrahlwinkel. Bei großem Abstand kann auch ohne Wärmeschutz gearbeitet werden.
Bei der Kaltspiegellampe Art.-Nr. 3.10 handelt es sich um eine solche Sonderkonstruktion mit Wärmeschutzfilter und Kühlschlitzen, die eine preiswerte Alternative mit hoher Lichtleistung zur Glasfaserlampe darstellt (Abb. 5). Als Birne wird hierfür die weit verbreitete DECOSTAR von OSRAM mit 12 Volt und 20 Watt benutzt (Spot-Typ mit 10 Grad Abstrahlwinkel, Ø 35 mm). Die Lampe wird aber nicht mehr hergestellt, da die oben beschriebene LED-Leuchte 3.20 den Kaltspiegel-Lampen in vielerlei Hinsicht überlegen ist. Neuerdings werden im Fachhandel auch LED-Spotlampen für 12 Volt angeboten. Diese benötigen allerdings einen Gleichstromtrafo.

Abb. 5: Kaltspiegel-Lampe 3.10 mit 3 mm starkem Wärmeschutzfilter